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Verbreitung der 7er-Gruppen


Statt der repräsentativen Demokratie wollen wir eine direkte, eine Basis-Demokratie. In der Geschichte ist sie als Räte-Demokratie wiederholt versucht worden. Mit den 7er-Gruppen fangen wir klein an, und die Gruppen sollen auch immer klein bleiben, nämlich 7 bis 13 Mitglieder enthalten. Jede Gruppe bestimmt eine(n) VertreterIn für die nächste Ebene, auf der sich wieder 7 (bis 13) VertreterInnen treffen. Und diese bestimmen wieder eine(n) VertreterIn für die nächste Ebene usw. Wir übernehmen aus dem Räte-Ansatz die Abwählbarkeit der Vertreter. Aber die Vertreter sollen nicht an ein (imperatives) Mandat gebunden sein.

Die 7er-Gruppen sollen sich vermehren. Nicht zwanghaft. Wenn wir nicht genug Erfahrung in der Organisation von Basisdemokratie sammeln, werden wir weiterhin nur lesen und reden und wir werden zu erwartenden Krisen der jetzigen Gesellschaftsordnung nicht gewachsen sein.

Die Verbreitung der 7er-Gruppen baut auf zwei Grundsätzen auf. Zum einen können sich hier alle aufgehoben fühlen, die nicht auf ein festes (Partei-)Programm festgelegt werden wollen. Wir streben zwar eine gesellschaftliche Veränderung an. Doch wir können und wollen nicht alles vorwegnehmen, was uns noch alles im Verlauf begegnet. Wir haben nur Grundsätze in der Art, wie wir aufbauen und miteinander umgehen. Der zweite Grundsatz ist allerdings: Wer mitwirken will, soll das auch praktisch tun. Traditionelle Karteileichen wollen wir nicht. Das Mitwirken zeigt sich in der Teilnahme an den monatlichen Treffen (derzeit einstündig). Welche Aktivitäten die Gruppen sonst noch innerhalb pflegen, ist ihnen überlassen.

Auch wenn wir keine Karteileichen wollen, gibt es noch eine weitere Form der Teilnahme: eine passiv beobachtende. Menschen, die in beanspruchenden Lebensbedingungen stehen oder aus anderen Gründen noch zögern, lassen sich nur über den Verlauf unserer Entwicklung informieren und nehmen sich manchmal Infos mit, die etwa in der Mailingliste stehen. Sie müssen diesen Status regelmäßig bekräftigen, damit sie eingetragen bleiben. Wir hoffen, dass sie z.B. in weniger stressigen Lebensbedingungen als Aktive zu uns stoßen. Mitwirken können sie so noch nicht, aber vielleicht ist dieser Status eine Vorbereitung darauf.

Die folgende Grafik soll etwas veranschaulichen, wie wir uns den Zeitverlauf des Aufbaus der 7er-Gruppen vorstellen. Dargestellt ist mal nur die Entwicklung bis in die erste Ebene "über" der Basis.

Gruppen im Zeitverlauf




Wenn eine Ebene (mindestens) 7 Gruppen enthält, bestimmt diese wieder eine(n) VertreterIn in die nächste Ebene. Bei einer Minimal-Zusammensetzung der Gruppen umfasst dann die Bewegung:

Verbreitung der 7er-Gruppen über die Ebenen hinweg
1 7 - 13
2 49 - 169
3 343 - 2.197
4 2.401 - 28.561
5 16.807 - 371.293
6 117.649 - 4.826.809
... ... - ...

Eine Prognose sei gewagt: Wenn die Gruppen effektiv sein wollen, wird ihre Größe eher 7 als 13 sein. Vergrößern sie sich gerade durch neue Teilnehmer in Richtung 13, dann macht es Sinn, dass sie noch nicht mehr Einfluss haben als die kleineren Gruppen.

Nach diesen Zahlenspielen mag es merkwürdig erscheinen, dass wir die auf Zahlen beruhende repräsentative Demokratie gerade wegen ihrer Zählerei angreifen und ersetzen wollen. Doch im Rahmen der 7er-Gruppen sind Zahlen für jeden Menschen überschaubar, nicht abstrakt. Wenn eine Gruppe möchte, kann sie in Bezug auf Beschlüsse und Wahlen auch bestimmen, dass sie einstimmig zustande kommen; sonst sind sie noch nicht gültig. Oder mit Zwei-Drittel-Mehrheit usw.
Unsere Kritik der Stimmenzählerei geht noch weiter: Warum werden - in der repräsentativen Demokratie - alle Stimmen als gleich wichtig bewertet? Wohl weil ungeheurer Wert auf das Individuum gelegt wird. Dabei sind Individuen machtlos und hilflos, wenn sie nicht in Kooperation mit anderen stehen. Erst das Zusammenwirken erzeugt menschliche Früchte. Und auf dieses Zusammenwirken kann in den 7er-Gruppen Wert gelegt werden.
Nebenbei verhindern wir Wahlbetrug. Nirgendwo ist der Ablauf undurchsichtig. Überall gibt es Zeugen. Werden in einer Gruppe Menschen übergangen, können sie das sehen und vor der Öffentlichkeit (und später vor unseren Gerichten) bezeugen.
Man mag einwenden, dass auf diese Weise das Wahlgeheimnis nicht gewahrt sei. Auch wenn in 7er-Gruppen Wahlen verdeckt oder geheim durchgeführt werden, kann die Herkunft von Stimmen relativ leicht erschlossen werden. Wichtiges Gegenargument: Die Wirklichkeit zeigt, dass der Einzelne in seiner Wahlkabine nur eine Schein-Macht hat, nämlich eine winzige. Wahlen werden selbst bei korrektem Ablauf durch Medien und Ereignisse so stark beeinflusst, dass die Macht der Menschen gegenüber den mächtigen Akteuren und gegenüber den manipulierten Massenphänomenen verschwindet. Die Vereinzelung ist ein wichtiges Herrschafts-Instrument.
Wenn Entscheidungen oder Wahlen in den 7er-Gruppen für die Menschen schlechte Ergebnisse gebracht haben, können sie sie jederzeit rückgängig machen: Vertreter können jederzeit abberufen, Beschlüsse aufgehoben werden. Das Modell ist schließlich ein modifiziertes Rätemodell.
Und zuletzt auch noch dieser Gesichtspunkt: Traditionell sind Wahlen (oder auch Bürgerentscheide) teuer. In unserem Verfahren kosten sie so gut wie nichts.